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Letztes Jahr, man dürfte sich noch vage erinnern, gab es eine Aktion der Bundesregierung, die jedem der sein altes Auto verschrottete um dann einen Neu-, oder Jahreswagen zuzulassen, 2.500 Euro schenkte. Der Titel dieser Prämie, welche bis 2. September 2009 lief, wurde zum “Wort des Jahres 2009″ gewält – die Rede ist natürlich von der Umweltprämie, oder auch umgangssprachlich Abwrackprämie genannt. Zur Erinnerung, diese hatte zweierlei Ziele: zum einen sollte sie die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen ankurbeln und damit der krisengebeutelten Autoindustrie unter die Arme zu greifen und zum anderen sollte die deutsche Fahrzeugflotte modernisiert werden, um unsere Straßen sicherer und unsere Luft schadstoffarmer zu machen.
Nun, Monate nach dem Auslaufen der Prämie, kann man langsam anfangen Bilanz zu ziehen. Während man die Volkswirtschaftlichen Konsequenzen noch nicht genau festellen kann, sollte dies bei den ökologischen, sowie sicherheitstechnischen Auswirken machbar sein. Letzters hat zum Beispiel die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in ihrem GTÜ-Mängelreport überprüft, den sie heute auf der AMI in Leipzig vorstellt. Das Ergebnis ist alles andere als erfreulich, denn allein die Zahl an Autos mit schwerwiegenden Mängeln liegt bei über 17 Prozent.
Jedes zweite Auto ist mit Mängeln unterwegs

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Im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) geprüften Fahrzeugen war jedes zweite (51,8 Prozent) mit Mängeln belastet. Die häufigsten Probleme sind vor allem bei der Beleuchtung und der Elektronik zu finden, fast jedes vierte geprüfte Auto hatte hier Defizite. Danach folgen defekte Bremsen und Beschädigungen an Achsen, Rädern, Reifen und Aufhängung. Zwar ist die Zahl der sich mit Mängeln auf der Straße befindlichen PKW um zwei Prozentpunkte zurückgegangen, Entwarnung können die Prüfingenieure jedoch nicht geben, vor allem in Hinblick auf die Zunahme der Fahrzeuge mit gravierenden technischen Problemen. “Die Jahr für Jahr steigende Zahl der Pkw mit erheblichen Mängeln bis hin zur Verkehrsunsicherheit ist besorgniserregend. Diese Fahrzeuge erhöhen das Unfallrisiko erheblich”, gibt Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, zu bedenken. “So ist bespielsweise jedes sechste Fahrzeug auf unseren Straßen mit defekten Bremsen unterwegs.”
Auf Mängelstatistik habe das Plus an Neufahrzeugen durch die staatliche Prämie bislang keine signifikanten Auswirkungen, so de Biasi weiter, dies würde sich erst in den Folgejahren bemerkbar machen. Trotzdem könnte man einige positive Veränderungen bemerken, auch wenn sie nicht bei der Beseitigung von schwerviegenden Defiziten an den PKW zu finden sind. So seien dank Abwrackprämie rund vier Millionen Fahrzeugmängel in der Schrottpresse gelandet, betont de Biasi, auch habe sich der Sicherheitsstandard auf unseren Straßen durch die rund zwei Millionen Neufahrzeuge deutlich erhöht.
Probleme vor allem im hohen Alter

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Erfreulich ist außerdem, dass das durchschnittliche Alter eines Autos auf deutschen Straßen nun bei etwa 8 Jahren liegt. Die rund zwei Millionen verschrotteten Fahrzeugen, die im Zuge der Umweltprämie ihren Weg ins Blechnirvana fanden, hatten ein Durchschnittsalter von 13 Jahren.
So sind es vor allem Fahrzeuge die das Alter von neun Jahren bereits überschritten haben, wovon heutzutage noch 17 Millionen unterwegs sind, die sich besonders anfällig für zum Teil erhebliche Mängel zeigen. Letztes Jahr waren mehr als ein Viertel aller PKW dieser Altersklasse mit Mängeln behaftet. Besonders deutlich zeigt sich dies im GTÜ-Mängelvergleich. Während unter 100 ein- bis dreijährigen Fahrzeuge etwa 20 Mängel festgestellt wurden, waren es bei den 100 geprüften Autos, die über neun Jahre alt waren, knapp 230 Mängel. Konkret waren bei den getesteten Fahrzeugen dieser Altersgruppe über 70 Prozent mit Mängeln unterwegs, bei etwa 26 Prozent waren es sogar gravierende Probleme.