Regierungs-Experte: Kein Monopol beim Tankstellenmarkt März 16, 2010 | 06:45 pm

Jeder der einen fahrbaren Untersatz sein eigenen nennen kann und somit auf minerale Kraftstoffe angewiesen ist, dürfte das Phänomen kennen, welches in Kürze an unseren Tankstellen wieder auftreten wird: Der rasante Preisanstieg für Benzin und Diesel am Osterwochenende. Bei solchen Aktionen fragt sich ein mancher, ob da nicht etwa ein Kartell dahinter steckt, welches mit Preisabsprachen den Markt kontrolliert. Dies aber hat nun die Monopolkommission der Bundesregierung bezweifelt. Es gebe zwar ein gleichgerichtetes Verhalten der Tankstellen, aber das sei nicht strafbar, so Justus Haucap, Vorsitzender des Gremiums gegenüber dem “Tagesspiegel” (Sonntagsausgabe). “Wenn in einer Stadt eine Messe stattfindet, erhöhen die Hoteliers ja auch die Preise”. Die Bundesregierung erhällt von der Monopolkommission Beratung in Wettbewerbsfragen.

© Rainer Sturm / PIXELIO

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Haucap findet zwar, dass die Konzentration auf dem Tankstellenmarkt hoch sei, was zunächst einmal gegen den Wettbewerb spreche, es aber immer noch Supermarkt- und freie Tankstellen gebe, welche meist niedrigere Preise als die der großen Tankstellenketten anbieten. “Jedem steht es frei, dort zu tanken. Wenn die Verbraucher die Preise bei den Ketten zu hoch finden, sollten sie vermehrt dort tanken. Sie tun es bislang nicht, also scheint der Leidensdruck noch nicht sehr groß zu sein”, so der Düsseldorfer Ökonom.

Andere Töne hört man von Wolfang Rose, Vorsitzender des Auto-Clubs Europa, welcher heftige Kritik an den Ölkonzernen übt. “Hier findet auf einem Markt, auf den Millionen von Kunden angewiesen sind, kein richtiger Wettbewerb statt”, sagte er gegenüber dem “Tagesspiegel”. Die Bundesregierung müsse sich deshalb um eine Regulierung des Markets für Mineralölprodukte kümmern, sowie die Spekulationen in den Griff bekommen. Um alle Branchen kümmert sich die Politik – um Arzneimittelhersteller, Gasanbieter, Stromkonzerne, Bahn, Finanzmärkte. Nur nicht um den Benzinmarkt.”, so  Rose. Er fordert, sollte es auf nationaler Ebene nicht gelingen, eine Vorstoß in der EU zu wagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse die Initiative ergreifen und sich für einen funktionierenden Wettbewerb in allen Staaten Europas engagieren.

(ots)

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