Nichts ist mehr möglich – Toyota! Februar 5, 2010 | 03:02 pm

Der japanische Autoproduzent Toyota hat es schon nicht leicht.  Galt das drittgrößte börsennotierte Unterhnehmen der Welt vor wenigen Jahren noch als “Vorzeigebeispiel für Wirtschaftlichkeit”, so hat es heute mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Besonders der starke Yen und Überkapazitäten in der Produktion machen dem Unternehmen zu schaffen. So kam es also, dass VW, trotz Umsatzrückgangs, Toyota als Weltmarktführer ablöste – das zumindest glauben Marktforscher herausgefunden zu haben.

Nun sind das alles Aspekte die ein Konzern von der Größe Toyotas kompensieren könnte. Sich aus der Formel 1 zurückziehen, Vielleicht das ein oder andere Werk schließen, ein neues Modell auf den Markt bringen, eine neue Marketing-Strategie. Doch angesichts der neuen Meldungen ist fraglich ob solche Maßnahmen allein den Umsatzrückgang bremsen können.

Denn genau hier liegt das Problem – Bremsen. Erst Ende letzten Jahres startete Toyota die größte Rückrufaktion seit seinem Markteintritt in die USA 1957. Über 4,2 Millionen Autos mussten daraufhin in die Werstatt zurück. Der Grund: eine nicht ausreichend befestigte Fußmatte bewirkte eine Blockade des Gaspedals was zu 17 Unfällen und mehreren Toten führte. Nach Angaben des Unternehmens waren damals mehrer Modelle in den USA betroffen, unter anderem auch der äußerst erfolgreiche Prius Hybrid. Doch anscheinend konnte Toyota die Probleme nicht zu hundert Prozent identifizieren und/oder lösen. Also konnte man Anfang diesen Jahres folgende Schlagzeile lesen: “Toyota ruft in den USA Millionen Autos zurück”. Was denn? Immernoch? Nein. Schonwieder.

Und auch diesmal macht das Gaspedal Probleme – es wurden etliche Fälle gemeldet in denen das Gaspedal überhaupt nicht, oder nur langsam in seine Ausgangspostion zurückkehrte. Und wieder müssen 2,3 Millionen Autos in den USA zurückgerufen werden. Einige Tage später kommen etwa 2 Millionen Autos auf dem europäischen Markt hinzu.  Geschätzter wirtschaftlicher Schaden: 1,4 Milliarden Euro. Was sich anfangs auf einige Modelle beschränkte, zieht sich jetzt durch die gesamte Produktpalette des japanische Automobilproduzenten. Das Hybridauto Prius, welches letztes Jahr das erfolgreichste Auto auf dem japanische Markt war, sowie Limousinen der Luxusmarke Lexus stehen kurz vor dem Rückruf. Laut einem Bericht der  Wirtschaftswoche soll das Problem bereits seit 2007 bekannt gewesen sein.

Alles in allem sieht die Situation nicht gut aus für Toyota. Sollte sich der Verdacht der Wirtschaftswoche erhärten, könnte dies der Marketingtechnische Supergau für den Autobauer sein. Was ihm bevorsteht ahnt der Konzernchef Akio Toyoda sicherlich schon und hat für den Laufe des Tages eine Pressekonferenz angesetzt. Aber welchen Weg er auch einschlagen wird – leicht wird es nicht werden.

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